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    Renaturierung


    Vorgeschichte


    Vor ca. 500 Jahren wurde die Föhrer Marsch durch einen ersten geschlossenen Sommerdeich vor regelmäßigen Überflutungen geschützt. Trotzdem war die Föhrer Marsch noch über Jahrhunderte durch ausgedehnte Feuchtgebiete und die ursprünglichen Prilstrukturen entscheidend geprägt, mit einem hohen Grundwasserstand und regelmäßige Überschwemmungen im Winterhalbjahr.

    Um 1900 wurde der Seedeich durch Verstärkungsmaßnahmen so sicher, dass auch Sturmfluten im Winterhalbjahr nicht mehr zu Überflutungen der Marsch führten.

    Einschneidende Veränderungen brachte die umfassende Bodenreform im Rahmen des Programms Nord mit völliger Neukonzeption des Entwässerungssystems. Die Grabenprofile wurden tiefer und zunehmend maschinell bearbeitet, so dass die Vegetation sich immer mehr zurückzog, ebenso viele Insekten und Amphibien. Viele ehemals sumpfige Brachlandflächen wurden  in die landwirtschaftliche Nutzung überführt.
    Innerhalb von 50 Jahren verschwanden ca. 20 heimische Vogelarten fast vollständig von Föhr.

    Die Entwässerungsmaßnahmen sind inzwischen so effektiv, dass alleine die beiden Föhrer Schöpfwerke im Jahr 2007 rund 8 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Vorflutern ins Meer gepumpt haben. Die passive Entwässerung durch das Lagelumsiel im Osten der Insel transportiert zusätzlich noch mehrere Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Hauptsiel ins Meer.

     

    Praktischer Naturschutz durch Flächenkauf auf Föhr


    Seit 1993 sammelt Elmeere Spenden zum Kauf von Landflächen in der Föhrer Marsch. Im Jahr 2000 erfolgten die ersten Renaturierungsarbeiten auf den von Elmeere erworbenen Flächen. Die Flächen sollten vernässt werden, um verloren gegangene amphibische Bereiche in der Föhrer Marsch wiederherzustellen.
    Als erste Maßnahme wurden Teiche auf den Flächen ausgehoben. Die dabei gewonnene Erde wurde am Rand der Flächen als kleiner Wall abgelagert. Diese Maßnahme führte in Gebieten mit wasserundurchlässigem Kleiboden dazu, dass die ganzen Flächen nach den Regenfällen im Winter weitgehend überflutet waren. Dies war ein Zustand, der den früheren amphibischen Lebensräumen sehr nahe kam.

    Erfolge der Renaturierung


    Nach den Renaturierungsmaßnahmen wurden die Erfolge unserer Naturschutzarbeit bald sichtbar. Wasservögel nutzen die Wasserzonen zur Rast und  Futtersuche (u.a. Löffel-, Pfeif-, Schnatter-, Reiher-, Krick- und Knäckenten),  Limikolen profitieren von Schlick- und Flachwasserzonen (u.a. Bekassine, Säbelschnäbler, Kampfläufer, Rotschenkel, Uferschnepfe, dunkler Wasserläufer), selbst Raritäten wie der Löffler und Wanderfalken wurden regelmäßig beobachtet. Außerdem haben sich eine Vielzahl seltener Pflanzen (u.a. Schwanenblume, Igelkolben, Tannenwedel, Pfeilkraut, Rohrkolben) und viele Insekten (u.a. verschiedene seltene Libellenarten) wieder auf den Flächen angesiedelt.

     


    Elmeere Fläche 8 vor der Renaturierung


    Beginn der Maßnahmen


    weitere Maßnahmen


    umfangreiche Baggerarbeiten sind nötig


    Ergebnisse der Renaturierrung


    abgeschlossene Renaturierung der Fläche 8


    Fläche 8 im Winter


    Luftaufnahme der vollständig renaturierten Fläche 8

     

    © 2008 by Elmeere e.V. - Förderkreis landschaftstypischer Naturräume e.V.
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    Photo auf dieser Seite: © Peter Hering